Schloss Thannegg setzt sich für die Umwelt ein

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Schloss Thannegg - Familie Schrempf
A-8962 Gröbming, Schlossweg 1
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Chronik Schloss Thannegg-Moosheim
Familie Schrempf

Schlossnamen im Lauf der Geschichte - von Schloss Tannegg bis Donnegg

Die Schreibweise des Schlossnamens Thannegg war vielfältig, je nachdem wie ihn der Schreiberling "gehört" hat.
So haben wir Urbare mit der Bezeichnung "Donnegg", Thanneck, Tanneck, Tannegg und Thanegg.
Die Grafen von Moosheim bauten um ca. 1540 an das Altschloss den Nordflügel, den Schloss Thannegg Pfarrhof, als Räume für eine Schule und für die Wohnung des Pfarrers. Als nächste Ausbauetappe folgte der Südflügel, mit dem Namen Kapuzinerstöckl, in welchem nach Überlieferungen Mönche wohnten.

Die häufigste Bezeichnung in der 850 jährigen Geschichte ist Schloss Thannegg.

Historie und Besitzer der Schlossanlage mit dem Pfarrhof und der Kirche St. Michael

0-2.
Jhdt.
: Römische Siedlung. In der Schlossanlage Fund eines römischen
          Fürstengrabes. Nach Beurteilung des Bundesdenkmalamtes gehört es mit
          einer Bauhöhe von 5 m zu einem der beeindruckendsten römischen Bauwerke
          des Ennstales. Freigelegter Pilaster und ein Grabdeckel sind im Schlosshof
          ausgestellt.

1150  Erste urkundliche Erwähnung: Ritter Rudolf von St. Michael
1284  Ritter Eckert von Thann
1369  Friedrich II Bischof v. Chiemsee
1530  Graf Bartholomäus v. Moosheim
1671  Graf Peter Bonaventura v. Crollolanza
1777  Karl Graf Stainach
1850  Übernahme der Kirche St. Michael durch die röm. kath. Kirche
1883  Benediktinerstift Admont
1919  Charles Henry Graf v. Bardeau
          Der Südflügel, das Kapuzinerstöckl, weist Fam. Fischbacher Heinrich
          und danach Fischbacher Bernhard, vlgo Vogltenner als Besitzer aus.

1929  Fürst Hieronimus Colloredo-Mansfeld
1941  Gemeinde Michaelerberg
1984  Kapuzinertstöckl: Ernst und Gerlinde Schrempf, 
1985  Altschloss: Ernst und Gerlinde Schrempf, 

1991  erstes Drittel des Pfarrhofes: Fam. Schrempf
1999  zweites Drittel des Pfarrhofes: Fam. Schrempf
2012  drittes Drittel des Pfarrhofes: Fam. Schrempf

Schlosschronik auf Wikipedia

21. Jhdt., Fam. Schrempf

Ernst und Gerlinde Schrempf
Beide stammen aus heimischen Bergbauernfamilien und „wanderten“ nach München aus.
Ernst Schrempf ist gelernter Elektromeister und Gründer einer Elektrofirma in München,
Gerlinde Schrempf war in einem EDV - Konzern als Marketing-Assistentin tätig, bevor sich
beide durch den Kauf der unbewohnten Schlossruine und den Aufbau des Hotels
diese vollkommen neue Branche zum Lebensinhalt machten.
Gerlinde bildete sich zum Dipl. Werbefachwirt und zum Dipl. Tourismusfachwirt
aus, während Ernst im handwerklichen und in der Gästebetreuung seine Stärken
einsetzte. Tochter Katharina ist Dipl. Touristikkauffrau und leitet seit 2015 den Hotelbetrieb.
Tochter Anna-Lena ist Architektin und unterstützt die Revitalisierungsmaßnahmen.

 

Auszug der Hotelchronik und Schlosshotel Auszeichnungen

Schlösser waren als Familiensitze und Herbergen des Adels immer schon Orte des Lebens
und der Begegnung. Durch die Revitalisierung des verfallenen Gemäuers hat auch das
geschichtsträchtige Schloss Thannegg seine ursprüngliche Bestimmung wiedergefunden.


1984 Erwerb des Südflügels durch Familie Schrempf.
         Beginn der Grund-Revitalisierung, Dauer 8 Jahre
1985 Erwerb des Hauptgebäudes des Schlosses
1992 Eröffnung des ****Hotels mit Restaurant Schloss-Schänke
1994 Beginn der Restaurierung des Nordtraktes
1995 Umweltgütesiegel
1999 Preis der Wirtschaftskammer: Junior- Oskar, "TOP-Ausbildungsbetrieb"
2002 Aufnahme bei "Schlosshotels und Herrenhäuser"
2003 Rang 1: "Herbst mit den Bäuerinnen-Wirt" Bezirk Liezen
2003 Aufnahme von Ernst Schrempf in den Vorstand der "Schlosshotels und
         Herrenhäuser", der ältesten Hotelkooperation Österreichs
2004 Tourismus-Award für die besten Internetauftritte des Landes Steiermark
2005 Mitgliedschaft bei den "Historic Hotels of Europe"
2006 Ehrung mit Urkunde "Ehrenlamm" der steirischen Schafzüchter für die
         Zusammenarbeit mit unseren BIO-Bauern
2007 Bewertung mit 2 "roten Häuschen" im MICHELIN Hotelführer
         (Platz 24 von über 3.000 österreichischen Hotels)
2008 Auszeichnung mit dem 1. Umweltpreis des Landes Steiermark "Energie-Globe
         Award" für das nachhaltige, umweltschonende Energiekonzept. (CO2 freie Heizung)
2009 Der Schlosshof und 1/3 des Mitteltraktes (Feuerwehrrüsthaus) konnte
         erworben werden. Feier 25 Jahre Familie Schrempf auf Schloss Thannegg.
         Ritterfest mit offizieller Eröffnungsfeier.
2012 Der letzte Drittel-Anteil des Nordflügels, der Pfarrhof konnte erworben werden.
2013 Gästebewertungen:
         Tripadvisor: unter den 25 der beliebtesten "kleinen Hotels" Österreichs
         Holidaycheck: Tophotel-Award
2014 Fertigstellung des Schlosshofes, Ausstellung der Pilaster des römischen
         Fürstengrabes.
         Gästebewertungen:
         Tripadvisor: Platz 1 der beliebtesten "Kleinen Hotels von Österreich“,
         unter den beliebtesten 25 "Romantischsten Hotels" und
         unter den Top 25, Hotels mit gutem Service von Österreich.
2015 Gästebewertung: HolidayCheck Award
2016 HolidayCeck Award, Tripadvisor Traveler`s Choice, Booking Award
2017  HolidayCheck Award, Tripadvisor Traveler`s Choice

2050 900-Jahr-Feier
2150 1000-Jahr-Feier, am Festprogramm wird bereits gearbeitet

 

Auszug Familiengeschichte

Schrempf, jüngere Geschichte

1777: Der Geheimprotestant Andrä Schrempf verkaufte seinen Hof vlgo. Karlbauer in der Ramsau und erwarb das Bauerngut "Im Winkl" am Josefsberg bei Mitterbach.
Die Zeit der Urbanisierung des unwirtlichen Ötschergebietes ist ein Beispiel der Schaffenskraft unserer Vorfahren. Diese Geschichte, damit auch die Geschichte unserer Familie ist ein Teil der Niederösterreichischen Landesausstellung 2015:
http://www.evang.at/themen/nachrichten/detail/article/einblick-in-die-evangelische-geschichte-des-oetscherreichs/
In einer der nächsten Generationen erwerben meine Urgroßeltern den Bauernhof "Rieglbauer", den sie bis 1963 bewirtschaften.

Ernst Walter Schrempf
Ich wachse als Bergbauernbub und ältester von 7 Kindern am Rieglbauernhof in Mitterbach auf. Mit 10 Jahren verlässt meine Familie den abgelegenen Bergbauernhof und zieht nach fast 200 Jahren ins Ennstal, der Heimat unserer Vorfahren zurück. In einfachen Verhältnissen beginnt unsere Großfamilie den Neustart.

Schule/Lehre
Nach der Hauptschule und dem Polytechnikum lerne ich Elektriktroinstallateur bei Fa. Simonlehner in Schladming und bei Fa. Manfred Peer in Gröbming.

Mit dem Gesellenbrief in der Hand stehe ich an, in unserem herrlich schönen Ennstal. Damals zählt das Ennstal zu den abgelegendsten Bergtälern Österreich. Ich beschließe, wie viele andere aus der Heimat,
als Gastarbeiter nach München zu gehen.

Berufsaufstieg
Bei der Fa. Sessl Elektrotechnik, GF. Manfred Bärnthaler, am Kürfürstenplatz finde ich eine Anstellung als Elektroinstallateur. In 3 Jahren Abendkursen absolviere ich den Elektromeisterkurs und mit 25 Jahren gründe ich ein eigenes Elektrounternehmen in München, Bogenhausen.

Lebensglück
Bei meinen wöchentlichen Heimfahrten fand ich im Bergdorf Assach das Glück meines Lebens, meine zukünftige Frau Gerlinde. Auch sie stammt aus einer kinderreichen Bergbauernfamilie. Sie zieht nach München, arbeitet zuerst in einem amerikanischen Computerkonzern und dann in unserer eigenen Elektrofirma.

Elektrounternehmen
Gemeinsam schufen wir uns mit der kleinen Elektrofirma eine bescheidene Existenz. 
Also, alles Wonne und Sonnenschein. Aber dann, nach 10 Jahren Stadtleben bekomme ich Heimweh in meine geliebten Berge.

Schloss
Als Schicksalsfügung erfuhr ich, dass der Südflügel "Kapuzinerstöckl" unseres „Heimatschlosses“ im Nachbardorf Moosheim zu kaufen ist. Es ist, historisch gesehen, genau dieses Schloss, von dem aus unsere Vorfahren, die Bergbauern, „verwaltet“ wurden.
Ich selbst kenne das Schloss bereits als Abenteuerspielplatz aus meiner Jugendzeit. Nach der ersten Besichtigung des 500 Jahre alten, sehr desolaten Gemäuers verliebe ich mich, schlage sofort zu und erwerbe damit das erste Viertel der ehrwürdigen Schlossanlage. Es ist ein unglaubliches Gefühl, ich bin jetzt Schlossherr und steinreich, in Worten: „reich an Steinen“. Meiner Verlobten Gerlinde beichte ich den Kauf erst 3 Tage später.

Die Herausforderung
Die 850 Jahre alte Schlossanlage ist in den letzten 300 Jahren besitzmäßig vollständig zerfallen. Das einst riesige, dominante Altschloss hat seit über 60 Jahre kein Dach, der Pfarrhof, der Schlosshof und alle angrenzenden Flächen gehörten der Gemeinde, der Kirche oder privaten Eigentümern. 

Vision Schloss, wie auf dem Kupferstich von 1790.
Und trotzdem habe ich die Vision von einem zukünftig geeinten, lebendigen, märchenhaften und romantischen Schloss. Mein gesamtes Umfeld spricht von der Aussichtslosigkeit dieses Vorhabens. Die Entscheidung zur Umsetzung fällt, so arbeiten wir, abgestempelt als "Verrückte", jahrelang an der Renovierung.

Begründung dieser Entscheidung:
Bei meinen Forschungen über die eigene Herkunft entdecke ich, dass ich von der Adelsfamilie Ritter Schrempf zu Friedberg abstamme, somit diese Entscheidung, wieder Schlossherr zu werden, in den Genen vorhanden ist.

Revitalisierung
Wir kaufen zuerst das verfallene Altschloss, dann allein für den Parkplatz 5 gewidmete Baugründe, in 3 weiteren Etappen den Pfarrhof von der Gemeinde und der Kirche.
Es ist ein steiniger Weg, Geld für den Ausbau gibt es keines, eine von den Banken verlangte Tourismusstudie bewertet mein eigenes Konzept nur als Vorwand, um einen Kredit zu erschwindeln.
Enorme Eigenleistungen sind notwendig. Eine ganz große Stütze ist mein Vater Walter Schrempf. Er leitet den Ausbau, wenn ich in München meine Aufgabe als verantwortlicher Elektrounternehmer erfüllte.

Familienglück
Während dieser Zeit kamen unsere beiden Kinder Katharina und Anna-Lena zur Welt.

Innenausbau
Die ersten Jahre arbeitete ich an der Haustechnik, Heizung, Wasser, Elektro, während meine Frau Gerlinde die Kinder aufzog und die Elektrofirma leitete. Nach 8 Jahren Renovierungsarbeit ziehe ich mit meiner Frau unseren Töchtern auf das nun erst halbfertige Schloss.
Unsere ersten Gäste sind die Gleitschirmflieger der Flugschule Sky-Club-Austria meines Bruders Walter. "Nebenbei" wurde ich auch DAEC-Gleitschirmlehrer.
Im Mai 1972 sperren wir im Zuge des Theaters „Ritter Hatto“ unser bodenständiges Restaurant auf, welches auch heute noch externen Gästen den Besuch der historischen Räume ermöglicht.

Rückblick
In der über 30 Jahre dauernden Revitalisierungszeit waren nebenbei über 20 Kaufverträge notwendig, um die Schlossanlage  wieder zu vereinen. Heute hat das Schloss Thannegg zu Moosheim wie einst wieder über 100 begehbare Räume, fast 3000 ganze Fensterscheiben, 9 Eingangstüren, einen idyllischen Schlosshof mit Brunnen,
einen kleinen Fischteich und ausreichend Nutzfläche für Gärten und Parkplätze.

Besonderheit: Der Betrieb wurde bis zum Jahr 1999 nicht „eröffnet“. Zu hart waren damals für uns die Bedingungen des Ausbaues. Hilfe gab es außer von der Familie nahezu keine. Die Steinchen, die uns auf den langen Weg gelegt wurden, haben wir fleißig aufgesammelt und gut sichtbar in das Schloss eingebaut.

Hotel-Schloss-Stube
Nach über 10 Jahren Renovierungszeit wurde die endgültige Kapazität von 45 Betten in 18 Zimmern in
4 Stern Qualität erreicht. Unser Slogan: „Das romantische, familienfreundliche Schloss mit sportlichem Geist“

Gastronomisch beginnen wir als offizielle 1 Stern-Herberge, dann mit 3 Stern, heute werden wir mit 
4- Sterne Qualität eingestuft und zählen zur Familie der "Schlosshotels und Herrenhäuser“.
Die Arbeit als Mitglied des Vorstandes dieser ältesten Hotelkooperation Österreichs ist die zweite große Erfüllung des Schlossherrn Ernst.

Die offizielle Eröffnung feierten wir anno 2009, im Zuge der 25 Jahr-Feier.

Dank
Ich danke vor allem meiner Frau Gerlinde für die Hauptarbeit bei der Gestaltung dieser Lebensaufgabe.
Ich bedanke mich auch bei unseren Töchtern für das Durchhalten und bei unseren Mitarbeitern, dass wir auch in harten Zeiten zusammenhalten.

Und nun bedanken wir uns ganz herzlich bei euch, liebe Schloss-Gästefamilie, für den von euch geleisteten Kulturbeitrag, der die Erfüllung dieser einst als undurchführbar eingestuften Vision erst ermöglichte.
Euer Stammgastrekord liegt derzeit bei über 500 Nächtigungen. Herzlichen Dank.

Die Vision ist Wirklichkeit geworden
Nun lebt es wieder, "unser" gemeinsames Märchenschloss Thannegg zu Moosheim, es freut sich, seine
Aufgabe als Begegnungsort von ganz besonders netten Menschen erfüllen zu dürfen.
Dafür arbeiten wir gerne.

Schloss Thannegg, anno 2017

Ernst Walter Schrempf, "Ritter zu Thannegg"

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